Workshop mit Wapke Feenstra

Translokale ländliche Erinnerungen

Wir befinden uns in einem Zoom-Meeting und haben Papier sowie Zeichenmaterialien auf unserem Tisch bereitliegen. Wir sitzen bequem, mit beiden Füßen auf dem Boden.
Alle schließen die Augen und werden durch die Stimme und die Erzählung (von mir, Wapke) angeleitet.

Wir tauchen in unsere Erinnerungen ein und versuchen, uns vorzustellen, wie es dort aussah: Was haben wir dort gemacht? Welche Gerüche, Farben, Lichtverhältnisse und welches Wetter gab es? Wer war bei uns und was haben wir gemeinsam getan?

Anschließend beginnen wir mit dem Zeichnen. Dafür stehen 15 Minuten zur Verfügung, in denen nicht gesprochen wird. 

Danach kehren wir nacheinander in unsere Zoom-Fenster zurück. Wir zeigen unsere Zeichnung in die Kamera und erzählen, was darauf zu sehen ist und auf welche Erinnerungen sie sich bezieht.

Auf diese Weise begegnen wir translokalen ländlichen Vorstellungen und lernen voneinander sowie von den unterschiedlichen ländlichen Räumen und Landschaften der anderen. Dabei werden sowohl Freizeit und schöne Momente sichtbar als auch Aspekte wie Bergbau und Landwirtschaft. Wir bewegen uns durch verschiedene ländliche Räume.

Intermezzo – A Walk through the Book BOERENZIJ | The Rural Side

In dieser Präsentation stellte Wapke Feenstra verschiedene Zeichentypen vor, die im Projekt BOERENZIJ | The Rural Side verwendet werden. Sie erläuterte, wie unterschiedliche Zeichenmethoden die Teilnehmenden mit ihrer Umgebung verbinden. Einige Zeichnungen knüpfen an Erinnerungen an, andere an innere Karten von Gärten, Höfen oder spezifischen Orten. Realistische Zeichnungen im en plein air-Stil fördern eine intensive Verbindung zwischen Zeichnenden, Ort und Moment. Auch Objektzeichnungen sowie geologische Zeichnungen, basierend auf wissenschaftlichen Darstellungsweisen von Boden- und Gesteinsschichten, dienen der bewussten Auseinandersetzung mit Raum, Zeit und Materialität.

Im Anschluss folgte die Zeichenaufgabe "The Drawing that Connects". Die Teilnehmenden sollten eine Zeichnung anfertigen, die in Stil, Material und Motiv eine persönliche Verbindung herstellt – zu einem Ort, zu der eigenen Arbeitsweise oder zu aktuellen Gedanken. Dabei wurde zum Experimentieren ermutigt; jede Zeichnung galt als gültiger Prozess der Annäherung und Verbindung.

Nach einer kurzen Denkpause von fünf Minuten, in der offene Fragen reflektiert werden konnten, fand ein gemeinsames Gespräch statt. Einige Teilnehmende begannen bereits mit dem Zeichnen, andere setzten die Arbeit bis zur nächsten Sitzung fort. Abschließend wurden die entstandenen Arbeiten betrachtet: Zunächst 30 Sekunden ohne Erklärung, anschließend im Austausch. Besonders deutlich wurde dabei die Vielfalt der Stile, persönlichen Geschichten und Reaktionen auf die Arbeiten der anderen.