Potentialkreisel

"Potentialkreisel" lackiertes Polyesterharz, 120 x 120 x 100 [cm], Februar 2017
"Potentialkreisel" lackiertes Polyesterharz, 120 x 120 x 100 [cm], Februar 2017

Die Arbeit „Potenzialkreisel“ umfasst einen umgekehrten Potenzialtrichter. Ein Potenzialtrichter ist eine trichterförmige Demonstrationseinrichtung zur Bewegung von festen Körpern in einem Gravitationsfeld. Oft ist er als Spendentrichter in Museen oder Zoos zu finden. Spendentrichter sollen Groß und Klein faszinieren und zu zahlreichen Spenden animieren.  Attraktion (lat. ad trahere = zu sich hinziehen) steht sowohl für die Anziehungskraft durch Gravitation im Erdschwerefeld als auch für etwas, das besonderes Interesse hervorruft.  Der „Potenzialkreisel“ besitzt ebenfalls das Potenzial sich kreiselnd zu drehen. Die Einrollvorrichtung verstärkt die Erwartung einer Attraktion, doch beide Bewegungen finden in der Installation ihre Grenzen. Die Plastik spielt mit eben diesem Drang zur Attraktion und initiiert zugleich die Frage nach Spendengeldern und ihrer Zweckendwendung.

 

Castle in the sky

Wie schon der Titel vermuten lässt, beschäftigt sich die Arbeit mit Luftschlössern, Idealen und Illusionen. Angetrieben durch eine Kurbel, die der Betrachtende selbst betätigen kann, wird gleichzeitig eine Drehorgel mit dem Lied Castle in the Sky (Sound-track des gleichnamigen Kinder-Anime-Films von Hayao Miyazaki, 1986) und ein Mechanismus angetrieben, bei dem sich ein Bilderrahmen im Laufe eines Liedzyklus hebt und senkt.  Miyazaki spricht in seinen Filmen oft die Beziehung zwischen Menschen, Natur und Technik an. Ein junges Mädchen ist in Besitz eines Zaubersteins, der den Weg zu einer schwebenden Insel weisen kann. Ein hinterlistiger Regierungsagent erhofft sich grenzenlose Macht von der magischen Insel, während eine Horde Piraten dort prachtvolle Schätze zu finden glaubt.

„Das einzig Interessante ist die Finanzierung.“

„Das einzig Interessante ist die Finanzierung.“ Aktionskunst, August 2018
„Das einzig Interessante ist die Finanzierung.“ Aktionskunst, August 2018

Die Skulptur Projekte Münster entsprangen dem Wunsch nach Auseinandersetzung der BürgerInnen mit zeitgenössischer Kunst.  Da sie größtenteils durch öffentliche Gelder finanziert werden, lassen sie sich im Grunde als „Ausstellung für Bürger von Bürgern“ begreifen. Mittlerweile wird die Freiheit in der Kunst toleriert, mehr noch, Kunst gilt quasi als „Prestige“. Die Auseinandersetzung und Diskussion über und durch Kunst ist Teil dieser Arbeit. Gegenüber der Arbeit von Donald Judd [Skulptur Projekte 1977] wird ein aus Polyesterharz gefertigter Spendentrichter in den münsteraner Aasee gesetzt, der über ein Tretboot oder über einen Steg zu erreichen ist. Jeder kann spenden, das Geld scheint jedoch in den Aasee zu rollen.

Ich sehe was du hörst

Innerhalb des Projektes: „Ich sehe, was du hörst“ konnten SchülerInnen einer Musikklasse der 6ten Jahrgangsstufe des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums in Münster experimentell unterschiedliche Wahrnehmungsweisen und Ausdrucksmöglichkeiten durch Kunst und Musik erkunden.  Am Beispiel des Wortfeldes der Töne wird ein synästhetisches Verständnis von Wahrnehmung schon auf sprachlicher Ebene deutlich. So ist von hohen und tiefen, von hellen und dunklen, von leichten und schweren oder von dumpfen und scharfen Tönen die Rede. Ausdrücke wie „hoch und tief“ können dabei der Raumerfahrung, „leicht und schwer“ der Erfahrung von Gewichten, „hell und dunkel“ der visuellen Erfahrung und „scharf und dumpf“ dem Tastsinn zugeordnet werden. Entsprechend werden auch Farben als warm und kalt bezeichnet. Die SchülerInnen entwickelten selbst Kompositionen, indem sie nonverbal mit Ton und Bild aufeinander reagierten.
 

Reversibilität

"Reversibilität" aus dem Video 1.09 min, September 2017

Inspiriert durch ein Gedicht von Baudelaire: Réversibilté aus seinem Gedichtsband Les fleurs du mal beschäftigt sich diese Videoarbeit mit der unüberschaubaren Größe des digitalen Netzes, der Unwissenheit und Unbeholfenheit einer Generation gegenüber dem rasanten digitalen Wandel.